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Schadstoffe im Holzboden: Was kann in altem Parkett stecken?

Ein alter Holzboden kann einem Raum viel Charakter verleihen. Doch insbesondere bei älteren Parkett- und Holzböden stellt sich bei einer Renovation oder bei einem Schadstoffverdacht die Frage, welche Materialien früher verwendet wurden. Denn nicht unbedingt das Holz selbst ist problematisch: Alte Parkettkleber, Holzschutzmittel, Lacke und Beschichtungen können Schadstoffe enthalten, die heute nicht mehr oder nur noch eingeschränkt eingesetzt werden.

Zu den möglichen Schadstoffen gehören beispielsweise polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sowie frühere Holzschutzmittel mit PCP oder Lindan. Ob tatsächlich eine Belastung besteht, lässt sich anhand des Alters oder Aussehens eines Bodens jedoch nicht zuverlässig feststellen.

Alter Holzboden mit schwarzem Parkettkleber als mögliche Schadstoffquelle

Gut zu wissen: Ein alter Holzboden ist nicht automatisch schadstoffbelastet. Entscheidend sind unter anderem die verwendeten Kleber, Holzschutzmittel und Beschichtungen sowie frühere Behandlungen des Holzes.

Welche Schadstoffe können in alten Holzböden vorkommen?

Je nach Baujahr, Aufbau und Behandlung des Bodens kommen unterschiedliche Stoffgruppen infrage. Einige davon wurden früher bewusst als Holzschutzmittel eingesetzt, andere finden sich beispielsweise in Klebern oder Beschichtungen.

  • PAK: Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe können insbesondere in alten teerhaltigen Parkettklebern vorkommen.
  • PCP: Pentachlorphenol wurde früher aufgrund seiner fungiziden Wirkung unter anderem in Holzschutzmitteln eingesetzt.
  • Lindan: Das Insektizid wurde in der Vergangenheit ebenfalls als Bestandteil von Holzschutzmitteln verwendet, teilweise zusammen mit PCP.
  • PCB: Polychlorierte Biphenyle können in bestimmten älteren Baumaterialien vorkommen.
  • Formaldehyd und VOC: Flüchtige Stoffe können unter anderem aus Klebstoffen, Anstrichen, Beschichtungen und Holzwerkstoffen freigesetzt werden.

Massivholz selbst verursacht gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) grundsätzlich keine oder nur geringe Emissionen. Bei der Beurteilung eines älteren Holzbodens lohnt sich deshalb ein Blick auf den gesamten Bodenaufbau und auf frühere Behandlungen.

PAK in alten Parkettklebern

Ein besonderes Thema bei älteren Parkettböden sind teerhaltige Klebstoffe. Teer kann hohe Konzentrationen an PAK enthalten. Die Suva informiert zu PAK in alten Baustoffen und nennt dabei auch alte Parkettkleber als mögliche Quelle.

Ein dunkler oder schwarzer Kleber unter einem alten Parkett kann einen Verdacht auslösen. Die Farbe allein genügt jedoch nicht zur Beurteilung. Teer und Bitumen können optisch ähnlich aussehen und sich hinsichtlich ihres PAK-Gehalts deutlich unterscheiden.

Aus unserer Erfahrung mit Schadstoffanalysen: Das Aussehen eines Materials allein reicht nicht aus, um eine Schadstoffbelastung sicher zu beurteilen. Eine gezielte Laboranalyse kann Klarheit darüber schaffen, welche Stoffe tatsächlich vorhanden sind.

PCP und Lindan in früheren Holzschutzmitteln

Nicht nur der Kleber unter dem Parkett kann relevant sein. Holz wurde früher teilweise mit chemischen Holzschutzmitteln behandelt. Zu den bekannten Wirkstoffen gehören PCP und Lindan.

Informationen des Kantons Zürich zur Schadstoffdiagnostik zeigen, dass verschiedene heute problematische Wirkstoffe früher zum Holzschutz eingesetzt wurden. Dazu gehören unter anderem PCP, Lindan und DDT. Solche Mittel konnten auch bei Holzbauteilen im Gebäudeinneren zum Einsatz kommen.

Bestimmte Schadstoffe können in behandeltem Holz über lange Zeit nachweisbar bleiben. Deshalb kann auch bei älteren Gebäuden eine Untersuchung sinnvoll sein, wenn ein konkreter Verdacht auf frühere Holzschutzmittel besteht.

Woran erkennt man einen möglicherweise belasteten Holzboden?

Eine Schadstoffbelastung lässt sich in der Regel weder am Aussehen noch am Geruch zuverlässig erkennen. Bestimmte Hinweise können jedoch Anlass für eine genauere Abklärung geben:

  • ✓ älterer Parkett- oder Holzboden mit unbekanntem Aufbau
  • ✓ alte dunkle oder schwarze Klebstoffschichten unter dem Parkett
  • ✓ Hinweise auf eine frühere Behandlung des Holzes mit Holzschutzmitteln
  • ✓ grössere ältere Holzflächen in Innenräumen
  • ✓ geplante Renovations-, Schleif- oder Rückbauarbeiten
  • ✓ unbekannte Materialien unter dem Bodenbelag
Vor dem Schleifen oder Entfernen abklären: Verdächtige alte Kleber, Beschichtungen oder behandelte Holzmaterialien sollten nicht unkontrolliert abgeschliffen, abgeschabt oder herausgerissen werden. Bei der Bearbeitung belasteter Materialien können schadstoffhaltige Stäube freigesetzt werden. Das BAG empfiehlt bei Renovationen, mögliche Schadstoffe vor Beginn der Arbeiten abzuklären.

Holzboden auf Schadstoffe untersuchen lassen

Wenn unklar ist, ob ein älterer Holzboden oder die verwendeten Materialien Schadstoffe enthalten, kann eine Laboruntersuchung sinnvoll sein. Welche Probe geeignet ist, hängt von der vermuteten Schadstoffquelle und der konkreten Situation ab.

  1. Mögliche Schadstoffquelle eingrenzen: Handelt es sich um das Holz selbst, einen alten Parkettkleber, eine Beschichtung oder eine frühere Holzschutzbehandlung?
  2. Geeignete Probe wählen: Je nach Fragestellung können beispielsweise Staub oder Material untersucht werden.
  3. Probe korrekt entnehmen: Eine saubere Probenahme hilft, Verunreinigungen zu vermeiden und eine aussagekräftige Untersuchung zu ermöglichen.
  4. Laboranalyse durchführen: Die Probe wird gezielt auf die relevanten Schadstoffgruppen untersucht.
  5. Resultat beurteilen: Anhand des Analyseergebnisses kann entschieden werden, ob weitere Abklärungen oder Massnahmen erforderlich sind.

Mit unserer Raumluftanalyse Holzschutzmittel können Staub- oder Materialproben auf rund 50 schwerflüchtige organische Verbindungen (SVOC) untersucht werden. Dazu gehören unter anderem PCP, Lindan, PCB, DDT sowie verschiedene PAK.

Verdacht auf Schadstoffe im Holzboden?

Mit einer Laboranalyse können Staub oder Material gezielt auf zahlreiche relevante Schadstoffe untersucht werden.

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Was tun, wenn Schadstoffe nachgewiesen werden?

Ein positiver Nachweis bedeutet nicht automatisch, dass der gesamte Holzboden entfernt werden muss. Entscheidend sind unter anderem Art und Konzentration des Schadstoffs, Zustand und Lage des belasteten Materials sowie die geplante Nutzung oder Renovation.

Vor Sanierungs- oder Rückbauarbeiten sollte geklärt werden, welche Schutz- und Sanierungsmassnahmen erforderlich sind. Bei relevanten Belastungen oder umfangreichen Arbeiten empfiehlt es sich, eine Fachperson für Gebäudeschadstoffe beizuziehen.

Häufige Fragen zu Schadstoffen im Holzboden

Ist alter Parkettkleber giftig?

Nicht jeder alte Parkettkleber ist schadstoffbelastet. Teerhaltige ältere Kleber können jedoch PAK enthalten. Ob ein bestimmter Kleber betroffen ist, lässt sich durch eine Laboruntersuchung abklären.

Wie erkenne ich PAK-haltigen Parkettkleber?

Dunkle oder schwarze Klebstoffe können einen Verdacht begründen, sind aber kein sicherer Nachweis. Teerhaltige und bitumenhaltige Materialien lassen sich optisch nicht zuverlässig unterscheiden. Für eine sichere Beurteilung ist eine Laboranalyse erforderlich.

Wie kann ich Holz auf Schadstoffe testen?

Je nach Verdacht können Material- oder Staubproben untersucht werden. Bei früheren Holzschutzmitteln sind beispielsweise PCP, Lindan und DDT relevante Stoffe. Welche Probenart geeignet ist, hängt von der jeweiligen Fragestellung ab.

Wie lange können alte Holzschutzmittel problematisch sein?

Bestimmte frühere Holzschutzmittel sind sehr langlebig und können auch nach vielen Jahren noch im behandelten Material nachweisbar sein. Deshalb kann eine Untersuchung auch bei älteren Gebäuden sinnvoll sein.

Muss ein belasteter Holzboden immer entfernt werden?

Nein. Das weitere Vorgehen hängt vom nachgewiesenen Schadstoff, der Konzentration, dem Zustand des Materials und der geplanten Nutzung ab. Vor einer Sanierung sollte die Situation fachlich beurteilt werden.


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