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Legionellen im Wasser – Risiken, Symptome und Schutz für Ihr Zuhause

Alles Wichtige über Legionellen im Trink- und Warmwasser: Wo sie entstehen, wie gefährlich sie sind, was Vermieter tun müssen – und wie ein professioneller Legionellentest schützt.
  1. Was sind Legionellen?
  2. Vorkommen und Vermehrung von Legionellen
  3. Übertragung von Legionellen
  4. Krankheitsbild & Legionellen-Symptome
  5. Vorbeugung & Massnahmen gegen Legionellen
  6. Rechtliches: Pflichten des Vermieters
  7. Wie kann ich mein Wasser auf Legionellen testen?
  8. FAQ – Häufige Fragen
  • 🦠 Rund 400 gemeldete Legionellose-Fälle pro Jahr in der Schweiz
  • ⚠️ 10–15 % Sterblichkeitsrate bei unbehandelter Legionärskrankheit
  • 🌡️ 25–45 °C: kritischer Temperaturbereich für Legionellenwachstum
  • ⏱️ Erste Symptome können bereits nach weniger als 72 Stunden auftreten

1. Was sind Legionellen?

Legionellen (Legionella pneumophila) sind stäbchenförmige Bakterien, die natürlicherweise in Süssgewässern, Seen und Flüssen vorkommen. Ihren Namen erhielten sie nach einem Ausbruch an einem Kongress der American Legion in Philadelphia im Jahr 1976.

In geringen Konzentrationen sind sie meist unproblematisch. Kritisch wird es, wenn sie sich in technischen Wassersystemen wie Warmwasseranlagen, Klimaanlagen oder Whirlpools stark vermehren.

Sind Legionellen im Wasser sichtbar?
Nein. Legionellen sind mit blossem Auge nicht erkennbar. Weder Farbe, Geruch noch Geschmack des Wassers verändern sich. Nur eine Laboranalyse bringt Klarheit.

Wissenswertes

Es gibt über 60 bekannte Legionella-Spezies und mehr als 70 Serogruppen. Besonders relevant ist Legionella pneumophila Serogruppe 1.

Einordnung

  • Gattung: Legionella
  • Wichtigste Art: Legionella pneumophila
  • Zellform: Stäbchenförmig
  • Gram-Färbung: Gramnegativ
  • Lebensweise: Intrazellulär
  • Natürliches Habitat: Süssgewässer und feuchte Böden

2. Vorkommen und Vermehrung von Legionellen

In der Natur kommen Legionellen in geringer Dichte vor. Gefährlich werden sie vor allem in künstlichen Wassersystemen, wenn mehrere Bedingungen zusammenkommen:

  • 💧 Stehendes oder langsam fliessendes Wasser
  • 🌡️ Temperaturen zwischen 25 und 45 °C
  • 🧫 Ablagerungen wie Biofilm, Rost oder Kalk

Wie schnell bilden sich Legionellen?
Bei optimalen Temperaturen von 35–37 °C können sich Legionellen unter idealen Bedingungen alle 2–6 Stunden verdoppeln. Innerhalb weniger Tage können daraus sehr hohe Keimzahlen entstehen.

Temperatur & Wachstum

≤ 20 °C kaum Wachstum
25–45 °C Gefahrenzone
50–55 °C gehemmt
≥ 60 °C Abtötung
≥ 70 °Csofort

Risikobehaftete Orte

  • Warmwasserspeicher: hohes Risiko durch stehendes Wasser und kritische Temperaturen
  • Duschköpfe und Armaturen: hohes Risiko durch Biofilm und Aerosolbildung
  • Selten benutzte Leitungen: hohes Risiko durch stagnierendes Wasser
  • Kühlwassertürme: hohes Risiko durch grosse Aerosol-Freisetzung
  • Whirlpools und Spas: mittleres bis hohes Risiko durch warme Temperaturen und Aerosole
  • Kaltwasserleitungen unter 20 °C: geringeres Risiko, sofern die Temperatur stabil tief bleibt

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3. Übertragung von Legionellen

Legionellen werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Infektion erfolgt durch das Einatmen von legionellenhaltigem Aerosol, also feinsten Wassertröpfchen in der Luft. Das Trinken von kontaminiertem Wasser führt in der Regel nicht zur Erkrankung.

Typische Quellen für Aerosole sind Duschen, Whirlpools, Klimaanlagen, Luftbefeuchter oder andere wasserführende Anlagen mit Sprühnebel.
  • Kontaminiertes Warmwasser
  • Aerosolbildung, zum Beispiel beim Duschen
  • Einatmen feinster Wassertröpfchen
  • Mögliche Infektion der Lunge

Besonders gefährdet

Ein erhöhtes Risiko haben ältere Personen, Raucherinnen und Raucher, Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie Personen mit chronischen Lungenerkrankungen oder Diabetes.


4. Krankheitsbild & Legionellen-Symptome

Eine Infektion mit Legionellen kann zwei unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen: das meist mild verlaufende Pontiac-Fieber und die deutlich schwerere Legionärskrankheit.

Pontiac-Fieber

  • Fieber
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Müdigkeit und Unwohlsein
  • Meist selbstlimitierend
  • Keine Lungenentzündung

Legionärskrankheit

  • Hohes Fieber
  • Husten
  • Atemnot oder Brustschmerzen
  • Übelkeit oder Durchfall
  • Verwirrtheit oder Benommenheit

Die Inkubationszeit beträgt je nach Krankheitsbild wenige Stunden bis mehrere Tage. Die Legionärskrankheit ist eine Form der Lungenentzündung und muss ärztlich behandelt werden.

Wichtig

Bei hohem Fieber, Husten oder Atemnot nach möglichem Kontakt mit belastetem Wasser sollte rasch ärztlicher Rat eingeholt werden.


5. Vorbeugung & Massnahmen gegen Legionellen

Legionellen lassen sich durch technische und betriebliche Massnahmen gut kontrollieren. Entscheidend sind vor allem die richtige Temperatur, regelmässige Nutzung der Leitungen und eine fachgerechte Wartung.

Grundregel: Warmwasser möglichst bei mindestens 60 °C am Speicher und mindestens 55 °C an den Zapfstellen halten. Kaltwasser sollte dauerhaft unter 20 °C bleiben.

Präventionsmassnahmen Schritt für Schritt

  1. Warmwassertemperatur korrekt einstellen
    Boiler auf mindestens 60 °C einstellen und regelmässig kontrollieren.
  2. Stagnation vermeiden
    Selten benutzte Zapfstellen regelmässig spülen und nicht mehr benötigte Leitungen vermeiden.
  3. Duschköpfe und Armaturen reinigen
    Duschköpfe regelmässig entkalken und reinigen, da sich dort Biofilm bilden kann.
  4. Wasserproben entnehmen
    Besonders in Mehrfamilienhäusern, Hotels, Heimen oder Betrieben empfiehlt sich eine Laboranalyse.
  5. Fachgerechte Planung sicherstellen
    Kurze Leitungswege, gute Isolierung und keine Totstränge reduzieren das Risiko deutlich.

6. Rechtliches: Wozu ist der Vermieter bei Legionellen verpflichtet?

In der Schweiz tragen Vermieter und Liegenschaftseigentümer eine Sorgfaltspflicht für die Trinkwasserqualität. Die Wasserinstallation muss so betrieben und gewartet werden, dass keine Gesundheitsgefahr entsteht.

Pflichten des Vermieters

Bei erhöhten Legionellenwerten müssen geeignete Massnahmen ergriffen werden. Dazu gehören je nach Situation eine thermische Desinfektion, die Information der betroffenen Personen, eine Ursachenabklärung und gegebenenfalls eine Nachkontrolle.

  • Lebensmittelgesetz: Trinkwasser muss genusstauglich sein.
  • Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung: regelt Anforderungen an Trinkwasser.
  • SVGW W3: technische Anforderungen an Trinkwasserinstallationen.
  • SIA 385/1: Vorgaben für Planung und Betrieb von Warmwasseranlagen.
  • Kantonale Vorgaben: können zusätzliche Anforderungen enthalten.

Kommt ein Vermieter seiner Pflicht nicht nach und entsteht dadurch ein Gesundheitsschaden, können Haftungsfragen entstehen. Regelmässige Legionellentests helfen, die Sorgfaltspflicht nachvollziehbar zu dokumentieren.


7. Wie kann ich mein Wasser auf Legionellen testen?

Legionellen sind weder sichtbar noch riechbar. Ein professioneller Labortest ist deshalb die zuverlässigste Methode, um eine Belastung nachzuweisen.

So läuft ein professioneller Legionellentest ab

  1. Probenahme planen
    Für belastbare Ergebnisse sollten geeignete Entnahmestellen festgelegt werden.
  2. Richtige Entnahmestellen wählen
    Typisch sind Boiler, Dusche, Warmwasserleitung und selten genutzte Zapfstellen.
  3. Analyse im Labor
    Die Probe wird mikrobiologisch untersucht und als KBE pro 100 ml ausgewiesen.
  4. Massnahmen ableiten
    Bei auffälligen Werten sollten Ursache, Temperaturführung und Installation geprüft werden.

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8. FAQ – Häufige Fragen zu Legionellen im Wasser

Sind Legionellen im Wasser gefährlich?

Ja. Legionellen können eine schwere Lungenentzündung verursachen. Besonders gefährdet sind ältere Personen, Raucherinnen und Raucher sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Wie schnell bilden sich Legionellen im Wasser?

Bei günstigen Bedingungen wie warmem, stehendem Wasser und Biofilm können sich Legionellen innerhalb weniger Tage stark vermehren.

Sind Legionellen im Wasser sichtbar?

Nein. Legionellen verändern weder Farbe, Geruch noch Geschmack des Wassers. Nur ein Labortest bringt Klarheit.

Welche Symptome können auftreten?

Mögliche Symptome sind Fieber, Husten, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeines Krankheitsgefühl. Bei starken Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Was tun bei positivem Legionellentest?

Betroffene Zapfstellen sollten vorsorglich nicht genutzt werden. Danach sollten Fachpersonen die Anlage prüfen, geeignete Massnahmen einleiten und eine Nachkontrolle durchführen.

Welche Temperatur tötet Legionellen ab?

Hohe Temperaturen reduzieren Legionellen deutlich. Deshalb ist eine ausreichende Warmwassertemperatur ein zentraler Bestandteil der Prävention.

Muss der Vermieter den Legionellentest bezahlen?

In Mietliegenschaften ist grundsätzlich der Eigentümer beziehungsweise Vermieter für den sicheren Betrieb der Wasserinstallation verantwortlich.


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